Kein Geld! Geldkrise = Systemkrise

In den westlichen Ländern muss immer mehr gearbeitet werden, Wochenarbeitsstunden werden erhöht, das Renteneintrittsalter wird nach oben angepasst. „Mehr Arbeit“ müsste eigentlich auch „mehr Geld“ für denjenigen bedeuten, der mehr und länger arbeitet. Und dennoch wird das Geld für die meisten Menschen immer knapper, da vor allem Lebensmittel, Mieten und Energie immer teurer werden. Doch werden in Wirklichkeit nicht diese Waren immer teurer, sondern unser Geld wird immer „wert-loser“. Wir bekommen für unseren Euro, Dollar, Pfund oder Yen immer weniger.

Das Verhältnis zwischen Ware und Dienstleistung (Arbeitsleistung) und Geld (Tauschmittel) gerät zunehmend in ein ungesundes Ungleichgewicht. Das geht soweit, dass die sich in Umlauf befindliche Geldmenge mittlerweile um ein Vielfaches höher ist als die Werte, die dahinter stehen sollten (Unternehmen, Fabriken, Immobilien, Arbeitskraft, Dienstleistungen etc.).

Ein Grund dafür ist der Zinseszinseffekt, dem unser Geldsystem zugrunde liegt, denn „Geld wird verzinst und die Zinsen werden wieder verzinst. Der Zinseszins-Effekt lässt die Geldvermögen exponentiell wachsen. Deshalb muss unser Finanzsystem irgendwann zusammenbrechen. Rein mathematisch ist es unmöglich, dass alle Schulden jemals zurückgezahlt werden können. Die Geldexpertin Margit Kennedy meint, dass an den Zinsen nur 10% der Bevölkerung verdienen und 90% der Menschen über die Zinsen, die in allen Preisen und Steuern enthalten sind, verlieren. Es gibt keine einzige Währung auf der Welt, die es bis heute noch gibt. Jede Währung endete irgendwann im Laufe ihrer Geschichte im finalen Exodus, beendet durch die letztmögliche Methode um kurzzeitige Schuldentilgung eines Staates zu erreichen – der Hyperinflation. Geld wird verzinst und die Zinsen werden wieder verzinst. Der Zinseszins-Effekt lässt die Geldvermögen exponentiell wachsen.

9 Thesen zum Geldsystem von Margrit Kennedy (zum Nachdenken):

• Das Geld soll dem Menschen dienen – nicht der Mensch dem Geld.
• Geld arbeitet nicht. Arbeiten können nur Menschen und Maschinen.
• Geld wird verzinst und die Zinsen werden wieder verzinst. Der Zinseszins-Effekt lässt die Geldvermögen exponentiell wachsen. Deshalb muss
unser Finanzsystem irgendwann zusammenbrechen.
• An den Zinsen verdienen nur 10% der Bevölkerung. 90% der Menschen verlieren über die Zinsen, die in allen Preisen und Steuern enthalten sind.
• Diese Umverteilung zugunsten einer kleinen Minderheit beträgt allein in Deutschland
ca. 600 Millionen Euro pro Tag.
• Die automatische Geldvermehrung bei den Vermögenden ist auf Dauer nicht mit Demokratie vereinbar. »Alle Macht geht vom Volk aus« verwandelt sich de facto zu einem »Alle Macht geht vom Geld aus« denn die Realwirtschaft wird von der Finanzwirtschaft abhängig und erpressbar.
• Die Geldvermögen koppeln sich mehr und mehr von der Realwirtschaft ab und verursachen irgendwann den Zusammenbruch des Systems.
• Fazit: Wir haben nicht ein vorübergehendes Finanzproblem sondern ein systemisches Problem.

• Doch es geht auch anders: mit mehr Geldvielfalt zum Beispiel mit Zeitbanken, die auf der Verrechnung von Arbeitsstunden basieren, Regionalwährungen, die regionale Wirtschaftskreisläufe fördern und komplementären Währungen, die den Euro ergänzen und die in erster Linie sozialen, wirtschaftlichen oder ökologischen Zwecken dienen.

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Bild: Fotolia.de

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