Italienurlaub: Der T-Euro auf dem Höhepunkt

August 2013: Nach 20 Jahren Abstinenz geht es wieder mal an die italienische Adria. 100%ige Sicherheit für Sonne und warmes Klima, dazu Strand, Meer und italienisches Flair. Für kleine Kinder der optimale Urlaub, die Eltern können sich an den vielen leckeren italienischen Köstlichkeiten wie Wein, Salami, Pizza und Pasta erfreuen und am Strand mal abschalten. Auffallend, dass sich hier in den letzten 20 Jahren kaum etwas verändert hat. An Gebäuden ist kaum etwas gemacht, die Infrastruktur nahezu unverändert. Da immer noch Hunderttausende Deutsche jährlich hierher pilgern, wie damals schon, ist dies nicht weiter verwunderlich.

Angesichts der italienischen Politik- und Wirtschaftskrise erstaunt es kaum, dass das Preisniveau sehr hoch ist, aber teilweise unverschämte Preisen trüben dann doch hier und da das Bild des erholsamen „Dolce Vita Urlaubs“. Doch die Menschen im Land mit der 1000 Euro Bargeldbegrenzung wirken locker und entspannt wie man Italiener eben kennt.


Die Unterkunft und der Strand

1 Woche auf einem 4-Sterne Campingplatz in einem „Mobile Home“ (eine Blechhütte, die von Aussen aussieht, wie eine Behausung im Ghetto von Rio – das Innenleben aber sauber, gepflegt und gut ausgestattet, hier fehlt es sich an nichts!) kostet schlappe 1100 Euro für zwei Erwachsene und zwei kleine Kinder. Zum Campingplatz gehört ein schöner weitläufiger Strandabschnitt, die Benutzung ist kostenlos. Bei 37 C im Schatten ist es jedoch in der prallen Sonne nicht auszuhalten, schon gar nicht für die Kinder, somit muss ein Sonnenschirm mit einer Liege und einem Liegestuhl gemietet werden (60 Euro die Woche, oder 10 Euro der halbe Tag). Wenn man kein entsprechendes Equipment mit dabei hat, kommt man leider um diese zusätzliche Investition nicht herum. Ohne Sonnenschirm kann man sich bei dem subtropischen Klima den Strandbesuch sparen. Eine Abkühlung in Form eines Bieres kostet 5 Euro am Strandcafe. Lieber laufen wir den einen Kilometer zu unserer Behausung und holen uns was aus dem Kühlschrank…

Im Restaurant

Im Restaurant gibt es Pizzen von 7-10 Euro. Für die wirklich gute Qualität und Größe aber ein Preis, der OK ist. Wenn auch noch der Service gut ist, und der ist wirklich exzellent und das Personal sehr freundlich und zuvorkommend, zahlt man auch mal ein paar Euro mehr. Fisch- und Fleischgerichte sind in der Preisklasse zwischen 15 und 20 Euro zu bekommen. Essen_ItalienBei vier Leuten nicht wirklich empfehlenswert. Also wird in der Blechhütte selbst gekocht. Aber auch das war kein wirkliches Schnäppchen, der komplette Einkauf (hier im Bild) kostet schlappe 37 Euro (der Wein war NICHT das teuerste, der war nur bei 3,50 Euro …)

Das Fleisch, dass es im Supermarkt gibt und wir am nächsten Tag einkaufen, hat eine hervorragende Qualität. Doch auch die hat ihren Preis, 350 Gr. Schweinelende für 6 Euro. Eine Dose Bier 0,5 Ltr. 1,90 Euro.

Moskitos sind kostenlos

Auf der Campingplatzeigenen Hüpfburg mit 3 Spielmöglichkeiten bezahlt man 5 Euro Eintritt je Kind, das Trampolin kostet 2 Euro extra (Erwachsene dürfen nicht springen!), die daneben gelegene Tischtennisplatte, in dem Fall für die Eltern, kostet inkl. TT-Schläger Ausleihe noch mal 3 Euro die Stunde. Die in der Abenddämmerung zu hunderten über einen herfallenden Moskitos sind dafür kostenlos. 7 Euro für ca. 20 Gummibärchen sind dann der traurige Höhepunkt am Campingplatz, was das Budget angeht.

Abzocke in Bozen

Auf dem Nachhauseweg wird eine kleine Zwischenstation in Bozen gemacht und 13 Euro für eine kalte Südtiroler Schinken-Käse-Platte bezahlt, die aus ca. 8 Schinkenstreifen und 2 Stück Käse besteht, dazu etwas Grünzeugs und verschiedenes Weissbrot (ich dachte, in Südtirol wird Schwarzbrot und Butter zu Schinkenspezialitäten gereicht…). Die Spaghetti mit einfacher Tomaten-Basilikum-Soße für 10 Euro kann man nicht essen, es fehlt an Salz, Pfeffer, einfach an allem! Die Kinder weigern sich zu speisen, was wir verstehen können. Selbst die Fertigsoße von Barilla aus dem Glas ist weitaus besser! IchIch bin so frei, der verdächtig aufgesetzt-freundlichen jungen Servicedame verstehen zu geben, dass das Essen nicht schmeckt und 10 Euro für so eine Qualität einfach nicht in Ordnung sind. Auf die Idee, uns dafür einen Cappuccino zu spendieren kommt sie nicht, schließlich kommen wir sowieso nie wieder, denkt sie sich wohl…(wo sie Recht hat!)

Doch es gibt sie noch – im wunderschönen Italien – die netten kleinen Ristorantes, an Passstrassen gelegen, etwas abseits vom Touristenstrom, mit nur italienischsprechendem Personal (natürlich-freundlich, nicht aufgesetzt) und mit fairen Preisen. Ich habe sie gesehen…

Maut

Was an Mautgebühren in Italien (und Österreich) noch alles hinzukommt, lassen wir an dieser Stelle unerwähnt. Es bleibt nur zu hoffen, dass auch Deutschland endlich auf den Trichter kommt, und eine entsprechende Gebühr erhebt.

Trotzdem war der Urlaub schön, auch wenn das Bankkonto jetzt leer ist, aber das nächste Urlaubsgeld kommt bestimmt, oder auch nicht…

BUCHTIPP:

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